Das psychiatrisches Testament

Eine Willenserklärung


Ein Psychiatrisches Testament ist eine Willenserklärung, in der eine natürliche Person festlegen kann, welche Art von psychiatrischer Behandlung er oder sie ausschliesst bevor es zu einer Zwangsunterbringung nach dem Psychisch Kranken-Gesetz kommt. Es kann die Einnahme von Psychopharmaka oder Neuroleptika regeln sowie die Ablehnung von Fixierungen.



Holzstich Inquisitionsverfahren 1846 von Rene de Moraine

Holzstich aus dem Jahr 1846 von René de Moraine zum Thema Inquisition


Drohender Zwangseinweisung kann mit Hilfe eines psychiatrischen Testaments, einer sogenannten Willenserklärung vorgebeugt werden und sollte vor dem Krankheitsfall notariell beglaubigt und beim Vorsorgeregister oder Amtsgericht hinterlegt werden.


Wenn nach selbst- oder fremdgefährdendem Verhalten die Person von Freunden, Verwandten oder der Polizei in die Anstalt gebracht wird und der aufzunehmende Psychiater oder die Psychiaterin Zweifel hat, ob diese freiwillig bleibt, so liegt eine akute Notsituation vor.

Der Psychiater oder die Psychiaterin kann die betroffene Person in der geschlossenen Abteilung unterbringen und sich innerhalb von 24 Stunden eine Genehmigung des Vormundschaftsgerichtes geben lassen. In dieser Zeit dürfen keine Psychopharmaka oder Neuroleptika gegen den Willen der Person verabreicht werden. Zuwiderhandlungen sind einklagbar und müssen in der Patientenakte dokumentiert sowie begründet werden.


Krankheitsuneinsichtigkeit ist kein anerkannter Grund für eine Zwangsunterbringung nach dem Psychisch Kranken-Gesetz (Psych KG), da der Patient oder die Patientin grundsätzlich freie Wahl in der Bestimmung der Heilbehandlung hat.


Der Richter oder die Richterin wird nach Ablauf der 24 Stunden in einer Anhörung überprüfen, ob die betroffene Person tatsächlich fremd- oder eigengefährdet ist. Der Ausspruch von Selbstmordgedanken genügt bereits für eine mögliche Eigengefährdung, aber nicht für eine Zwangsunterbringung nach dem Psych KG.


Kritik: Sind Vermutungen überhaupt rechtsgültig und sind sie logisch beweisbar?


Hinweis Freiwilligkeitserklärung

Die gerne angebotende Freiwilligkeitserklärung bedeutet Krankheitseinsicht und Einwilligung in die Behandlung. Danach gibt es logischerweise kein Recht mehr auf Widerspruch, da die unterzeichnende Person definitiv ab diesem Zeitpunkt nicht mehr natürlich ist und ihre Einwilligungsfähigkeit freiwillig an die Schulmedizin abgegeben hat.


Auskunfsvorbehalt

Richter und Richterinnen sind im Vorfeld nicht verpflichtet eine Auskunft beim Vorsorgeregister einzuholen, daher sollte ein Hinweis auf ein bestehendes psychiatrisches Testament immer mitgetragen werden.


Abweichungen vom psychiatrischen Testament können rechtlich eingeklagt werden. Fixierungen und medikamentöse Zwangsbehandlungen werden international als Folter und Menschenrechtsverletzung betrachtet.



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