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Rechenschaftsbericht des SPE-Vorsitzenden Ekkehardt Preuß für das Jahr 2011 vorgetragen auf der Jahreshauptversammlung am 13. Februar 2012

 

Auch im vergangenen Jahr war das Psychose-Seminar Aushängeschild und zentrale Aktivität unseres Vereins. Im Rhythmus von 14 Tagen trafen sich Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige und professionelle Helfer in der Volkshochschule Essen, um miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und auf Augenhöhe auch kontrovers zu diskutieren. Es ging z.B. um die berufliche Integration Psychiatrie-Erfahrener. Zu diesem Thema hatten wir Achim Sukiennik vom Integrationsfachdienst eingeladen. Pfarrer Werner Korsten stellte uns die Telefonseelsorge Essen vor. Manche Psychiatrie-Erfahrene haben auch finanzielle Probleme. Deshalb hatten wir Frau Meyer von der Schuldnerhilfe Essen e.V. eingeladen. Es ging um das Thema Verbraucherinsolvenz. Eva Hullermann gestaltete einen Seminarabend zum Thema Yoga – Seele und Körper in Balance. Um heilsame Nähe und professionelle Distanz ging es an einem Abend mit Margret Osterfeld aus Dortmund, einer psychiatrie-erfahrenen Psychiaterin. Ein sehr ernstes, aber um so wichtigeres Thema hat Dr. Gottfried von Recklinghausen uns nahegebracht: Suizid – ein Hilferuf ?! Soweit einige Beispiele aus unserem Seminarprogramm.

 

Unter »www.spe-essen.info« ist die Webseite unseres Vereins im Internet erreichbar. Das aktuelle Programm des Psychose-Seminars kann vom Hauptmenü aus unter »Seminar« aufgerufen werden.

 

Unser Sommerfest ist auch im Jahr 2011 nicht ins Wasser gefallen. Auch als der Himmel wieder alle Schleusen geöffnet hatte, ließen wir uns nicht unterkriegen. Einschlägige Erfahrungen hatten wir schon im Vorjahr gemacht. Auch damals hatte es in Strömen geregnet. Als die Holzkohle auf dem Grill glühte und wir heißen Kaffee und Tee tranken, stimmte Josef mit seiner Gitarre den alten Schlager „Weine nicht, wenn der Regen fällt...“ von Drafi Deutscher an. Dieser Song ist zur Erkennungsmelodie unseres Sommerfestes geworden.

 

Vom 8. bis 10. September waren einige Vereinsmitglieder in Berlin. Wir wollten uns vor Ort ein Bild vom „Weglaufhaus“ machen, von dem wir schon viel gehört hatten. Niemand von uns hatte eine konkrete Vorstellung, wie diese Einrichtung für Menschen mit seelischen Krisen als Zufluchtsort und Alternative zur herkömmlichen Psychiatrie funktioniert. Bis zu 13 Menschen mit akuten seelischen Krisen können aufgenommen werden. Die Mitarbeiter sind in der Regel SozialpädagogInnen oder SozialarbeiterInnen. Sie sind zum Teil auch selber psychiatrie-erfahren. Psychiater gibt es keine im Weglaufhaus. Finanziert wird die Einrichtung von Organisationen - wie z.B. dem LVR - aus den jeweiligen Regionen, aus denen die Hilfesuchenden kommen.

 

Am Freitag, den 9. Dezember fand unsere alljährliche Weihnachtsfeier statt. Da das Haus der Begegnung am Webermarkt seine warme Küche eingestellt hatte, feierten wir im Restaurant Dalmatien in der Hohenzollernstraße. Alle, die gekommen waren, hatten einen positiven Eindruck von diesem Restaurant. Wir können uns vorstellen, auch in den nächsten Jahren wieder dort zu feiern.

 

An jedem 3. Freitag im Monat traf sich der Vorstand unseres Vereins zu seiner monatlichen Sitzung wie schon seit vielen Jahren. Am jeweils 1. Freitag im Monat fand der sogenannte Info-Treff statt. Hier können sich Interessierte über unseren Verein informieren, sich Rat und Hilfe holen und über Probleme sprechen. Beide Treffen – Vorstandssitzung und Info-Treff – finden in den Räumen der Wiese e.V. am Pferdemarkt 5 im AWO-Haus statt, der Dachorganisation der Selbsthilfegruppen in Essen.

 

Ganz wichtig für uns als Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener ist der regelmäßige Besuch von erkrankten Vereinsmitgliedern oder Menschen aus dem Umfeld des Vereins in der stationären Psychiatrie. Seelischen Beistand, aber auch praktische Unterstützung von Erkrankten geben uns das Gefühl, nicht allein zu sein, sondern eingebunden in eine Gemeinschaft von Menschen, die aufgrund eigener leidvoller Erfahrungen mit psychischer Erkrankung die nötige Empathie haben. Diese gegenseitige Unterstützung ist, so haben wir seit vielen Jahren erfahren, ein wichtiger Halt und Stabilisator in seelischen Krisen.

 

 

 

Essen, den 21. Februar 2011
Ekkehardt Preuß

 

 

Der Rechenschaftsbericht kann auch hier als PDF heruntergeladen werden.